Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten

Die lange Nacht der [aufgeschobenen] Hausarbeiten an der FSU Jena

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FSU_Hausarbeiten_01

Dieses Jahr steht die Prokrastination im Mittelpunkt

Ort: Campus – Carl Zeiss Straße 3
Hörsaal 6, 7, 8, 9  und Seminarraum 114
Zeit: 6. März 2014 – 18 Uhr bis zum Morgengrauen
Gegen das Aufschieben! Wissenschaftliches Schreiben – gemeinsam und motiviert.

Aufschieben, Verzögern, Vermeiden. Wer kennt das nicht, vor allem wenn es um die nächste Hausarbeit oder den nächsten Laborbericht geht. Doch statt die Arbeit anzugehen, gaukeln wir  uns vor, noch viel Zeit zu haben. Erst in buchstäblich letzter Minute fangen wir endlich an. Unter solchen extremen Bedingungen bleiben wir jedoch meist weit unter unseren Möglichkeiten. Außerdem begleiten uns schlechte Gefühle.  Denn Aufschieben gründet, so die verbreitete Meinung,  in mangelnder Arbeitsdisziplin, schlechter Zeiteinteilung und fehlendem Ehrgeiz, und diese Vorwürfe übernehmen wir und richten sie gegen uns selbst.

Die Psychologen nennen dies Prokrastination und sehen darin ein Verhalten, mit dem wir uns selbst schädigen. Dass es nicht so weit kommt, und dass Studierende sich nicht darin einrichten, ist das erklärte Ziel der Aktion „Die lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“, die nun schon zum dritten Mal an der Friedrich-Schiller-Universität Jena stattfindet.  „Dieses Jahr stellen wir ausdrücklich das weit verbreitete Phänomen der Prokrastination in den Mittelpunkt“, sagt Dr. Peter Braun, der Leiter des Schreibzentrums der Universität Jena. „Unser Rahmenprogramm ist darauf ausgerichtet. Wir wollen das Aufschieben zum Thema machen und den Teilnehmenden konkrete Abhilfen aufzeigen.“ Bis Mitternacht werden kontinuierlich Impulsworkshops zu verschiedenen Aspekten des wissenschaftlichen Schreibens angeboten. Denn nur, wer den Aufwand, den das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit benötigt, realistisch einzuschätzen weiß und mit den einzelnen Schritten vertraut ist, kann eine positive Einstellung gewinnen und sich auch seine Zeit besser einteilen. So werden in den Workshops auch Techniken vermittelt, mit denen die einzelnen Schritte besser zu bewältigen sind. Ferner werden Übungen gezeigt, wie man seine Motivation und Konzentration steigern und wie man sich auflockern und entspannen kann. Dies übernimmt, wie  in den letzten beiden Jahren, wieder  die Psychologin Beate Schuhmann von der Psychosozialen Beratungsstelle des Studentenwerks Thüringen.

Sehr wichtig ist es auch, dass die Studierenden eine Rückmeldung auf schon geschriebene Teile einer Hausarbeit bekommen“, sagt Dr. Peter Braun. „So werden Unsicherheiten ausgeräumt, und die Studierenden können mit mehr Selbstvertrauen weiter schreiben.“ Deshalb stehen die ganze Nacht über Schreibtutorinnen und Schreibtutoren zur Verfügung, die jederzeit um Rat gefragt oder um eine Rückmeldung gebeten werden können. Auch wird im Laufe des Abends das Modell autonomer Schreibgruppen vorgestellt, mit der Möglichkeit, dass sich solche Gruppen bilden. Denn Studierende können sich auch untereinander austauschen und Rückmeldung geben; eine weitere Möglichkeit, der Vereinzelung beim Schreiben zu entfliehen.

Das Team des Schreibzentrums nimmt die „Lange Nacht“ wörtlich. Bis zum Morgengrauen des nächsten Tages stehen Räume zum Schreiben und eine Kaffee- und Vitaminbar offen. Mitbringen müssen die Studierenden nur ihren Laptop, ihre Arbeitsmaterialien und das, was sie an Verpflegung benötigen. Und wer bis zum ersten Tageslicht durchhält, wird mit einem kleinen Sektfrühstück belohnt.

Wir wollen zeigen, dass man offensiv mit dem Aufschieben umgehen kann und Alternativen aufzeigen“, fasst  Dr. Peter Braun zusammen, was sich sein Team und er für dieses Jahr vorgenommen haben.  Er  hofft, dass sich ähnlich wie im letzten Jahr wieder so eine knisternde und kreative Atmosphäre verbreiten wird.  Und er erinnert sich: „Viele sind damals in der Nacht zu mir gekommen und haben mir gesagt, dass sie mehr geschafft haben als sie sich vorgenommen hatten.“

Rahmenprogramm

18.15 Uhr
Begrüßung/Einführung Peter Braun

Im Anschluss:
Prokrastination: Was ist das und was kann ich dagegen tun?
Peter Braun

19.00 Uhr
Die ersten Schritte: Wie komme ich leichter ins Schreiben?
Clustern, Freewriting, et. al.
Clara Poenicke und Carolin Krahl

20.00 Uhr
Wie motiviere ich mich zum Schreiben? Beate Schuhmann, Psychosoziale Beratungsstelle des Studentenwerks Thüringen
Im Anschluss: Schreiben in Gruppen Beate Schuhmann, Peter Braun

21.00 Uhr
Den Überblick gewinnen und behalten: Wie finde ich eine Ordnung?
Karsten Hertrich und Hannes Wietschel

22.00 Uhr
Körper- und Entspannungsübungen für Schreibende Beate Schuhmann

22.30 Uhr
Wissenschaftssprache: Was heißt wissenschaftlich zu schreiben? Und wie vermeide ich Plagiate?
Carolin Krahl und Karsten Hertrich

23.00 Uhr
Wie verbessere ich mein Schreiben? Leserfreundlichkeit und Stil
Clara Poenicke und Hannes Wietschel

23.30 Uhr
Nochmals Prokrastination: Was ist das und was kann ich dagegen tun?
Peter Braun

ca. 6.30 Uhr
Sekt-Frühstück bei Morgendämmerung – für alle, die durchgehalten haben

Zu jeder Zeit:
Einzelberatung und Feedback mit allen vier studentischen Schreibtutoren und mit Beate Schuhmann (bis 22.00 Uhr) und Peter Braun

 Ständige Einrichtungen:
Kreativ-Ecke
Infotheke mit Materialblättern
Kontaktbörse für Schreibgruppen
Zielewand

Information:

Dr. habil. Peter Braun
Schreibzentrum „Schreibenlernen“
Prorektorat für Lehre und Struktur
Carl-Zeiss Platz 1
07743 Jena
Tel. 03641/931027
eMail: peter.braun@uni-jena.de

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